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Euro-CAN

Multisektorale Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch und

Vernachlässigung in Europa

Akronym: Euro-CAN

Startdatum: 10/2020

Enddatum: 04/2025

Name des Koordinators: Andreas Jud

Kontaktname und E-Mail: Andreas Jud, andreas.jud2@zhaw.ch

Projekt-Website: www.euro-can.org

Verbindungen zu SERENA: SERENA entstand aus dem von COST finanzierten Forschungsnetzwerk.

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Die COST-Aktion CA19106 „Multisektorale Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch und -vernachlässigung in Europa: Häufigkeit und Trends (Euro-CAN)“. Sie befasste sich mit einer kritischen Lücke in der Fähigkeit Europas, Kinder zu schützen: dem Mangel an national repräsentativen und international vergleichbaren Daten über Kindesmisshandlung. Ohne diese Informationen können politische Entscheidungsträger nicht beurteilen, wie effektiv nationale Kinderschutzsysteme Kinder und Familien unterstützen. Diese Aktion schuf ein paneuropäisches, multisektorales Netzwerk zur Verbesserung der Überwachung von Kindesmisshandlung durch die Harmonisierung von Definitionen, die Erleichterung des Datenzugangs und die Förderung ethischer und integrativer Forschung.

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Während seiner Laufzeit hat Euro-CAN über 140 Fachleute aus 36 Mitgliedsländern aus den Bereichen Gesundheitswesen, Kinderfürsorge, Recht, öffentliche Gesundheit, Statistik und Wissenschaft eingebunden. Im Rahmen einer strukturierten Delphi-Studie, an der 70 Experten aus 34 Ländern teilnahmen, entwickelten die Euro-CAN-Forscher eine einheitliche Definition von Kindesmisshandlung, um die Harmonisierung von Forschungs- und Verwaltungsdaten zu unterstützen. Dieser Prozess und alle wichtigen Ergebnisse der Aktion basierten auf strenger wissenschaftlicher Genauigkeit, einer transparenten Methodik, peer-reviewten Veröffentlichungen und internationaler Validierung. Die daraus resultierende Definition floss in internationale Entwicklungen ein, darunter die Einführung der Internationalen statistischen Klassifikation von Gewalt gegen Kinder durch UNICEF im Jahr 2024.

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Die Forscher von Euro-CAN führten eine europaweite Umfrage und eine Scoping-Review durch, um administrative Datensätze zu erfassen, die für Kindesmisshandlung relevant sind. Diese Ergebnisse fließen in die Entwicklung einer frei zugänglichen Datenbank ein, die vergleichende Forschung und nationales Benchmarking unterstützen soll. Um eine ethisch vertretbare Überwachungspraxis zu gewährleisten, haben die Mitglieder von Euro-CAN – darunter auch Erwachsene mit eigener Erfahrung von Kindesmisshandlung – auf der Grundlage partizipativer Konsultationen und Konsensbildungsprozesse Leitlinien für die Einbeziehung von Kindern und erwachsenen Überlebenden in die Forschung entwickelt. Diese Leitlinien wurden bereits an nationale Interessengruppen weitergegeben und stehen der Öffentlichkeit zur Umsetzung zur Verfügung.

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Die Aktion hat mehrere Projekte auf europäischer Ebene angestoßen, die ihre Reichweite und Wirkung vergrößern werden. Dazu gehören: Training to Improve Child Abuse and Neglect Diagnostic and Administrative Coding (TICANDAC), finanziert durch das Programm „Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte“ (CERV) der Europäischen Union, das Gesundheitsdienstleister in Schweden und Deutschland dabei unterstützt, die diagnostische Kodierung von Kindesmisshandlung mithilfe des neuen ICD-11-Systems zu verbessern; Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch (CSA), eine vom Fonds für innere Sicherheit der Europäischen Kommission unterstützte Initiative, die durch Schulungen und sektorübergreifende Zusammenarbeit eine koordinierte Prävention von physischem und online stattfindendem sexuellem Kindesmissbrauch in allen EU-Mitgliedstaaten fördert; SERENA (Zugang zu Gesundheits- und Betreuungsdiensten für durch Missbrauch gefährdete Kinder), ein von Horizon Europe finanziertes Projekt unter der Leitung von Forschern in Frankreich, das darauf abzielt, den Zugang zu Gesundheits- und Unterstützungsdiensten in 12 Ländern Europas zu verbessern.

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Neben seinen Forschungsleistungen legte Euro-CAN besonderen Wert auf den Aufbau von Kapazitäten und Inklusivität. Es wurden zwei Ausbildungsstätten und 40 Mobilitäts- und Verbreitungsstipendien vergeben, an denen sich vor allem Nachwuchswissenschaftler und Forscher aus Ländern mit Inklusivitätszielen beteiligten.

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Die Nachhaltigkeit des Netzwerks wird durch seine Integration in die Arbeitsgruppe zur Datenerhebung über Kindesmisshandlung der Internationalen Gesellschaft zur Prävention von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung (ISPCAN) sichergestellt, wodurch die Bemühungen von Euro-CAN mit laufenden globalen Netzwerkinitiativen verknüpft werden.

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Durch die Schaffung von Instrumenten, Standards und Partnerschaften zur Stärkung der sektorübergreifenden Datenerhebung und -koordinierung legt Euro-CAN den Grundstein für datengestützte Entscheidungen, die eine Verbesserung der Prävention von Kindesmisshandlung in Europa ermöglichen.

SERENA wird von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die des/der Autors/Autorinnen und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der EUROPÄISCHEN EXEKUTIVAGENTUR FÜR GESUNDHEIT UND DIGITALES (HADEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Förderbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.

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